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223. Februar 2013

Bilder aus dem alten Cottbus

Platz der Sonnenuhr (B) an der Berliner Straße
Platz der Sonnenuhr (B) an der Berliner Straße
Sonnenzeit, wo einst gebrannt wurde
Platz der Sonnenuhr gehörte einst sächsisch-barocker Baukunst
Unser Rätselbild weckte Vorfreude auf den Frühling, wie bei Heinz Knobloch: „Es ist die Fläche für die Sonnenuhr, die jedes Jahr mehrfach schön gestaltet wird, so dass sie eine Augenweide für Besucher und Cottbuser ist. Zu Ostern werden sie sicher wieder die Osterhasen zieren.“ Auch Gisela Schmidt erkennt die Fläche wieder und notiert: „Die Häuser hinter dem Bauwagen sind zum Abriss bestimmt für die Neugestaltung des Wendischen Viertels in den 1970er-Jahren. Hinter dem rechten Haus beginnend ist die Klosterkirche, die jetzt in aller Größe zu sehen ist. Mit dem Platz der Sonnenuhr ein schönes Stück Cottbus.“ Michael Kuhrt geht auf die Architekur ein und mailt: „Im Hintergrund, halblinks, erkennt man ein hohes Dach mit Türmchen. Es handelt sich um das eindrucksvolle Jugendstilhaus Töpfergasse 2. Das Eckhaus Mönchsgasse/Berliner Straße, links, wurde 1806 im Auftrag des Tuchhändlers Gottlieb Mann erbaut. Ende der 80er-Jahre wurde es wegen Baufälligkeit abgetragen und entstand 1993 als Kopiebau. Es ist eines der schönsten Cottbuser Häuser und beherbergt heute die HypoVereinsbank. Auf dem Foto tritt in der tiefgrauen Fassade ein ‘Schmuckbogen’ über den zwei mittleren Fenstern hervor. Mit dem Neubau zeigt sich in dem Bogen wieder deutlich das Relief eines Frauenkopfes, umrankt mit Schmuckelementen. Sie wurden nach historischem Vorbild kunstvoll restauriert.“
Michael Bodo Wunderlich geht ebenfalls auf die Bebauung ein und mailt: „Neben der Bank wurde ebenfalls der freie Platz bebaut. Rechts, nicht mehr sichtbar, befand sich damals die Gaststätte Lipa (Linde).“
Georg Müller vertieft die baugeschichtlichen Spuren: „Das Bild zeigt die Sonnenuhr dreißigjährig - da hatte sie schon weitere drei Jahrzehnte der Sonne mit ihrem Stab den Zeitschatten gewiesen. Entlang der mittelalterlichen Handelsstraße im Bildvordergrund standen drei stattliche barocke Giebelhäuser, die 1945 zerstört wurden; das graue Gebäude links, die Mönchsgasse 1, überdauerte den weltgeschichtlichen Wahnsinn, aber nicht den Irrwitz des nahen Rates des Bezirkes. Dieses einzige klassizistische Wohnhaus in Cottbus musste 1989 abgerissen werden. Es ging hier wohl um die Komplettierung des Wendischen Viertels.“
Klaus Herold schildert zum Sonnenplatz: „Hier befand sich ein Giebelhaus im sächsischen Spätbarock, welches 1727 restauriert wurde und noch in Teilen über Kreuzgewölbe verfügte, vermutlich aus dem 14. Jahrhundert. Ein Vorgänger-Bau ging 1671 beim Großen Stadtbrand verloren. Der Nachfolgebau soll - und das ist für mich glaubwürdig und für damals typisch, ein Fachwerkbau gewesen sein. - Später errichtete ein Tuchmacher Lubisch das oben geschilderte Haus, welches bei den Luftangriffen von 1945 zerstört wurde. In der mir vorliegenden Quelle wurde vermutet, dass es aus dem Jahre 1720 stammte. - Dort war die Kornbrennerei und Likörfabrik sowie Weinhandlung Guido Jaeger, Nachfolger Mielchen, untergebracht; einstmals Nr. 129, später 160. Es dürfte die älteste Cottbuser Brennerei damals gewesen sein, wobei der Name Jaeger 1900 in Erscheinung trat. Die Sonnenuhr soll Bestandteil der Fassaden-Gestaltung gewesen sein, sagte mir eine sehr kundige Bürgerin unserer Stadt.“

Bilder aus dem alten Forst

In den 70er Jahren entstanden am heutigen Lindenplatz am Gutenberg-Haus Blöcke, die es heute nicht mehr gibt
In den 70er Jahren entstanden am heutigen Lindenplatz am Gutenberg-Haus Blöcke, die es heute nicht mehr gibt
Block wich einer Grünanlage
Mieterin schwärmt von ihrer einstigen Lindenplatz-Wohnung
Sieglinde Homann hat hier gewohnt: „Beide Blöcke standen am Lindenplatz. Daneben ist das Gutenberg-Haus zu sehen, in dem sich eine Buchhandlung befindet. Hinter dem Park ist der Parkplatz. Dort ist der Lindenplatz. Hinter dem Block verlief der Mühlgraben. Wir waren im März 1974 eine der ersten Mieter die dort eingezogen sind. Damals hieß der Lindenplatz noch Goetheplatz. Hier gab es damals auch noch jeden Samstag einen kleinen Gartenmarkt, auf dem Pflanzen verkauft wurden. Später fand auf dem Parkplatz auch ein Weihnachtsmarkt statt. Vom Schlafzimmerfenster aus haben wir gesehen, wie die Nikolaikirche ihren Kirchturm bekam. Ich habe immer gesagt, dass wir eine Wohnung mit Wassergrundstück haben. Der Mühlgraben schlängelte sich zur Stadtmühle. Im Jahr 2004 waren wir auch mit die letzten Mieter die ausgezogen sind, da beide Blöcke abgerissen wurden. Das war schade, denn die Wohnung war ruhig und nach vorne wie nach hinten konnte man Grünes sehen. Ich erinnere mich auch noch an die Schule gegenüber, wo heute die Bibliothek einziehen soll. Hier wurden Gas- und Wasserinstallateure ausgebildet. Das war hier eine schöne Ecke gewesen. Nun ist alles tot. Das Gutenberg-Haus ist das einzige Geschäft in dieser Ecke und um die Kirche pfeift der Wind. Wie gesagt hat es sich in der Vierraumwohnung am Lindenplatz wunderbar gewohnt. Wir waren froh, diese Wohnung bekommen zu haben. Unsere vorherige Wohnung in der Ringstraße hatte noch ein Gemeinschaftsbad im Keller. Wer als letztes gebadet hat, hatte es am wärmsten. Die Wohnung am Lindenplatz hatte ein eigenes Bad.“
Horst Baltin sagt: „Dieser Wohnblock wurde in den Jahren 1978 bis 1980 an das Gutenberg-Haus am Lindenplatz angebaut. In Höhe der Balkons war damals ein Durchgang. Aufgrund hohen Leerstands wurde der Block 2008 abgerissen. Heute befindet sich an dieser Stelle eine Grünanlage mit Bänken.“

Hier standen vor der Wende zwei Blöcke. Die Mieter schauten auf den Mühlengraben und auf einen kleinen Park. Heute ist diese Fläche eine Grünfläche        Foto: Mathias Klinkmüller

Hier standen vor der Wende zwei Blöcke. Die Mieter schauten auf den Mühlengraben und auf einen kleinen Park. Heute ist diese Fläche eine Grünfläche Foto: Mathias Klinkmüller
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Wolfgang Marlow schreibt: „ Bei dem Rätselbild handelt es sich um den damaligen Zoll-Block (im Volksmund), den es heut auch nicht mehr gibt. Wer beim Zoll arbeitete, bekam da eine Wohnung (im Volksmund).
Der Durchgang in der Mitte ist die Gerberstraße. Links im Bild befand sich eine kleine Parkanlage mit vielen Rhododendren.
Im Hintergrund sieht man zwischen den Bäumen das heutige Gutenberghaus am Lindenplatz. In dem Haus waren drei Eingänge. Auf der linken Seite war der Eingang für die Orthopädie, in der Mitte der Eingang für das Haus und auf der rechten Seite der Eingang für die Buchbinderei. Heute gibt es nur einen Eingang und der ist für das Gutenberghaus. Gleich rechts neben diesem Haus wohnte ich mit den Eltern und dem Bruder in der Nr. 16.
Unsere Vermieterin war Fräulein Marianne Klopsch. Vor dem Krieg hatte ihr Vater Richard Klopsch einen Gold und Silberwarenladen im dem Haus und war ein bekannter Uhrmachermeister. Etwa Anfang 1960 waren die Antennenbauer von „Funk & Technik“ in den Laden eingezogen. Das Haus musste dann 1971/72 einem Neubau weichen, dem Zoll- Block.“ Das Rätselbild erkannt hat auch Thomas Methe.

Bilder aus dem alten Spremberg

1932 wurde der Stadtbahnhof stillgelegt
1932 wurde der Stadtbahnhof stillgelegt
Lösung der Transportprobleme
Stadtbahnhof wurde vor über 30 Jahren wieder abgerissen
Horst Tenschert vermutet zum Rätselfoto: „Es könnte das Hauptgebäude des Stadtbahnhofes auf dem Rossplatz sein. Dort, wo der heutige Puschkinplatz und wo heute die Schwimmhalle und der dazugehörige Parkplatz ist. Der Stadtbahnhof wurde am 21. Januar 1898 für den Personenverkehr vom Rossplatz zum Bahnhof auf dem Georgenberg eröffnet. Mit Stilllegung der Strecke am 15. Oktober 1932 verlor das Gebäude seine eigentliche Funktion. Bis zum Abriss des Gebäudes für den Schwimmhallenbau 1982/83 befand sich die Einkaufs- und Liefergenossenschaft Letex in den unteren Räumlichkeiten.“
Manfred Gnida schreibt: „Das schon historische Foto zeigt ein Gebäude aus der Verkehrsgeschichte in unserer Stadt, als eine damalige aufstrebende Industrie und besonders die der Tuchfabriken für einen schnelleren Transport der benötigten Kohle eine Lösung suchte. Erfolgte früher der Transport durch Pferdefuhrwerke aus den Kohlegruben und zur Verteilung an die Fabriken, so wurde die Stadtbahn ein wichtiger Industriezweig zur Lösung der alten Transportprobleme. Das Foto zeigt das zweigeschossige Empfangsgebäude des Stadtbahnhofes von der Gleisseite aus gesehen. Daran schloss sich, im Bild nicht ersichtlich, der Güterschuppen und ein zweiständiger Lokschuppen an. Mehrere Gleisanschlüsse und zwei Rollbockgruben zur Übernahme der regelspurigen Wagen zum Transport auf den meterspurigen Gleisanlagen der Stadtbahn gehörten zum Bahnhof. Der Stadtbahnhof gehörte einst zu den fünf bestehenden Bahnhöfen der Stadt. Es gab den Staatsbahnhof, den noch heute in Betrieb befindlichen Hauptbahnhof, den Kohlebahnhof, den Südbahnhof, den Westbahnhof und den Stadtbahnhof, der im Rätselfoto zu sehen ist. Jeder der einzelnen Bahnhöfe hatte seine eigene Geschichte und Funktion und schrieb Stadtbahngeschichte. Der Stadtbahnhof diente außer dem Weitertransport auf meterspurigen Gleisen auch zum Transport auf der Regelspur von Gütern und Personen zum Bahnhof auf dem Georgenberg. Am 1. Oktober 1897 erfolgte von hier der Güterverkehr zum Staatsbahnhof auf einem etwa 3,25 Kilometer teils schwierigen Geländeverlauf. Später erfolgte auf dieser Strecke auch ein Personenverkehr. Unwirtschaftlich wurde der Transport durch den Bau der neuen Straße zum Hauptbahnhof und in Folge kam es am 15. Oktober 1932 zur Stillegung und 1933 zum Abbau der Bahnanlagen. Somit erfolgte seit dem Jahr 1933 auch kein Bahnbetrieb mehr. Das Bahnhofsgebäude diente später unterschiedlicher Nutzung. Daran habe ich, bevor das Gebäude im Jahr 1980/81 abgerissen wurde, noch persönliche Erinnerungen. An der Laderampe, die beidseitig zur Straße und zu den ehmaligen Gleisen offen war, wurde ein Futtermittelgeschäft betrieben. Im Volksmund als „Futter-Richter“ bekannt, konnte man hier Futtermittel erwerben. Ein begehrtes Hühnerfutter war die Marke „Muskator“. Später gaben die Bauern der Umgebung hier ihre Erzeugnisse ab. Nach Nutzung der bäuerlichen Versorgungsgeschäfte wechselten unterschiedliche Nutzer den Bahnhof und im oberen Teil gab es Wohnungen. Auch Büro- und Verwaltungsräume wurden dort eingerichtet. Ein Geschäft, in dem ich selbst einkaufte, ist mir in besonderer Erinnerung geblieben. Das hieß „Letex“ und war eine Genossenschaft des leder- und textilverarbeitenden Handwerks. Hier konnten Sattler, Polsterer, Schuhmacher, Tapezierer und auch Privatpersonen einkaufen. Eine Ausweichung hatte auch die BHG in dem Haus. Schemenhaft lässt sich noch ein Teil der Pappfabrik Nitschke am rechten Bildrand erkennen. Die Stadtbahn und auch der abgebildete Bahnhof sind Geschichte, aber dieses Gebäude kann man bei einem Spaziergang in der Slamener Höhe im Vorgarten bewundern.“

Bilder aus dem alten Guben

Straße der Freundschaft im Jahre 1967
Straße der Freundschaft im Jahre 1967
Viel Spielzeug in der Geschäftsstraße
Traumhafte Geschäfte für Kinder / Erste Gemälde nach dem Krieg
Klaus Doege löst am Telefon: „Zu sehen ist die Frankfurter Straße. Das Bild müsste Mitte der 1950er-Jahre aufgenommen sein. Links war der Juwelier Kärgel zu finden. Das Haus steht noch mit GWG-Büro. Rechts war Sternke, ein Haushalts- und Universalladen - da gab’s alles und wurde sehr viel genutzt, heute ein Textilgeschäft. Und in der Mitte das große Haus ist abgerissen. Hier steht ein Neubau, leider leer. Früher war hier ‘Bilder Bänisch’, später ‘Bilder Weise’ zu finden. Hier konnte man nach dem Krieg die ersten Gemälde vom Gubener Maler Witt sehen und auch kaufen. Das Foto weckt schöne Erinnerungen an meine Kindheit. Es war ja viel kaputt nach dem Krieg, außer an dieser Ecke.“
Bärbel Koschack ergänzt: „Damals war es noch die Straße der Freundschaft. Das Foto wurde von Fritz Winkler im Jahre 1967 aufgenommen. Ganz links ist das Juweliergeschäft von Uhrmachermeister Kurt Kärgel zu sehen. Daneben im Hinterhaus war die Werkstatt von Paul Weise, bekannt als Bilder-Weise. Das Vorderhaus war im Krieg beschädigt und, bis auf die Mauer mit Eingang zum Hinterhaus, abgetragen worden. Rechts daneben war damals der Herrenfriseur Geiling; die Schaufensterauslage gehörte zu Bilder-Weise. Dann sehen wir das Geschäft von Georg Sternke, Nummer 14. Er handelte mit Eisen-, Wirtschafts- und Spielwaren. Eine Veränderung der Straßenfront gab es in den 1970er-Jahren. Nummer 15 und 16 wurden abgerissen und neu bebaut. Es entstand ein Wohn- und Geschäftshaus. Im Geschäft war der Herrenausstatter Noack. Neben Georg Sternke war noch das Geschäft von Adolf Berndt. Er hatte außer Porzellan und Kristall noch Spielwaren, Elektro- und Wirtschaftswaren. Das zeigt, dass die Frankfurter Straße eine Geschäftsstraße war.“
Wilhelm Brose merkt an: „Die Ruine ist ‘Bilder Weise’, Inhaber Paul Weise. Das nächste Haus gehörte Egon Grützmacher, Elektroinstallateur. Dann kam ‘Möbel-Kramm’ und dann Georg Sternke.“
Gabriele Unger ist begeistert und mailt: „Welch schöne Erinnerung: Das Geschäft meines Opas in der Str. der Freundschaft 14. Georg Sternke verkaufte Haushalts- und - für mich als Kind viel wichtiger - Spielwaren! Damals wie heute sicher für jedes Kind ein Traum, dort aufzuwachsen. Meine Großeltern wohnten zunächst über der ‘Wolfsquelle’ (später ‘Schlachteplatte’, z.Zt. ‘Yvonas Restaurant’) 3 Häuser weiter und später in der Schichold-Kaserne, Nr. 8. Als kleinen Nebenverdienst verkaufte meine Oma im Geschäft selbst ge- bzw. behäkelte Topflappen, Kleiderbügel, Eierwärmer, Kaffeewärmer und Taschentücher. Das ‘gute’ Paar Topflappen kostete 9,90 M. Es war auch eines der ganz wenigen Geschäfte in der DDR, in denen es mehrmals im Jahr Wetterhäuschen zu kaufen gab, da mein Opa regelmäßig zur Leipziger Messe fuhr und dort die Möglichkeit hatte, solche Lieferverträge abschließen zu können. Sie wurden ab Mitte der 1970er-Jahre ausschließlich für den Export produziert.
Aber zurück zum Foto. Links daneben war ein Geschäft mit Kleinmöbeln, dort arbeitete Frau Böhm, dann kommt der Frisör Geilich. Auch hier durfte ich meine Zeit mit Zuschauen verbringen, großen Respekt zollte ich immer dem Rasiermesser und dem am Türrahmen aufgehängten Lederband zum Abziehen des Messers.
An die ‘Lücke’ mit dem Türchen kann ich mich nicht mehr erinnern, weiter geht es mit dem Schmuckladen (Verkäuferin Frau Kergel) und dann, nicht mehr auf dem Foto, die Schuhmacherei Stops.
Ich selbst bin im Lohmühlenweg 3 groß geworden, es war das letzte Haus vor der Grenze rechts, das 1972 zum Bau des neuen Grenzüberganges abgerissen wurde.“
Vielen Dank für die Schilderungen.

216. Februar 2013

Bilder aus dem alten Cottbus

Die Grüne Linie fuhr durch die heutige Lausitzer Straße (C)
Die Grüne Linie fuhr durch die heutige Lausitzer Straße (C)
Am Rande der Pferdeeisenbahn
Wohn- und Geschäftshaus erhielt „Nachbarn“ / Zunftzeichen erkennbar
Die Lösung war diesmal - trotz oder wegen der Hinweise - nicht ganz einfach. Wolfgang Engelmann tippt richtig auf die Lausitzer Straße, früher Moltkestraße 28 oder Budichstraße, fügt er auf der Karte hinzu. Jens Pumpa korrigiert die Hausnummer und mailt: „Die Firma Fritz Donath befand sich in der Moltkestraße 29. Der Schienenstrang von der Kreuzung Bahnhofstraße / Karl-Liebknecht-Straße (Kaiser-Friedrich-Straße) ging die Karl-Liebknecht-Straße entlang, bog dann vor der Alvensleben-Kaserne links ab in die damalige Moltkestraße (heutige Lausitzer Straße) bis zum Spreewaldbahnhof. Eine erste Probefahrt der Cottbuser Straßenbahn über diese Gleise erfolgte im Juli des Jahres 1903. Dieser Streckenabschnitt (Grüne Linie) wurde von 1903 bis 1914 betrieben.“ Auch Michael Kurth notiert die Hausnummer 29 und verweist zum Wandel der Straßenbezeichnung auf einen Artikel im Märkischen Boten derselben Ausgabe auf Seite 17.
Im Adressbuch fand Michael Bodo Wunderlich die Angabe, „dass die Frima Fritz Donath in der Moltkestraße 28/29 ihren Sitz hatte. Wenn die Nummerierung heute noch gilt, war sie am südlichen Ende der Straße vor der Einmündung in die heutige Wilhelm-Külz-Straße. Gegenüber ist der Hof von der
Alvensleben-Kaserne, wo das Staatstheater eine Außenstelle und Lager hat. Rechts außerhalb des Bildes führten Industriegleise der Bahn wahrscheinlich auch zur Handlung des Herrn Donath und weiter bis zu den Firmen Melde und Eisen-Koppe, wo sich auch der ehemalige Packhof der Pferdebahn befand. Die Straßenbahn führte 1903 als Gelbe Linie vom Nordfriedhof bis südlich des Spreewaldbahnhofs. Sie kreuzte dabei dreimal Gleise der Bahn. 1914 führte sie als Grüne Linie von Sandow Diepowplatz aus hierher.“ Entnommen hat er die Fakten aus dem Anhang des Buches „Chronik der Cottbuser Straßenbahn“ VEB Cottbusverkehr, wahrscheinlich 1973, fügt er hinzu. Klaus Herold merkt an: „Die Straße heißt heute Lausitzer Straße, hieß in der DDR Jannaschkestraße und vor dem Zweiten Weltkrieg Moltke-Straße. Mit der früheren Lausitzer Straße hat sie allerdings nichts zu tun, da diese heute Wilhelm-Külz-Straße heißt. Dass dort einmal die Straßenbahn fuhr, war mir noch nicht bekannt. So lernt man voneinander.“ „Hinter der linken Hofeingangspforte lugt übrigens der etwa 600 Meter entfernte Schornstein des
alten Cottbuser Gaswerkes hervor“, achtet Georg Müller mehr auf den Hintergrund. Karl-Heinz Schlodder erzählt: „Rechts die Ecke führt in die Güterzufuhrstraße (heute Nordring). Wo der Leiterwagen steht, befindet sich heute ein herrschaftliches Wohnhaus im gleichen Baustil. Das Haus wurde in den 20er-Jahren gebaut. Es ist die alte Haltestelle der Grünen Straßenbahnlinie, die bis 1914 vom Diepowplatz über die
Kaiser-Friedrich-Straße zum Spreewaldbahnhof fuhr. Im Hintergrund ist der Industriegleisanschluss mit dem Speicher zu sehen. Er gehörte zu den Lagerhäusern der Cottbus-Schwielochsee-Eisenbahngesellschaft, die Pferdeeisenbahn. Der Eingang mit der Fahne zeigt das Zunftzeichen der Kohlehändler. Beachtenswert sind die sehr schönen Gittermasten, die damals noch mit einem sogenannten Masthäubchen versehen waren. Sie trugen die Fahrleitungen für die Straßenbahn, wenn kein Haus vorhanden war.“

Bilder aus dem alten Forst

Das Forster Krankenhaus wurde im Jahr 1892 erbaut. Die Forster wollen es nicht mehr missen
Das Forster Krankenhaus wurde im Jahr 1892 erbaut. Die Forster wollen es nicht mehr missen
Skatlärm im Krankenhaus
Forster erinnern sich vielfältig an ihre Erlebnisse im Krankenhaus
Marianne Donath erinnert sich an ihre Kindheitt: „Auf dem Bild sehe ich das Forster Krankenhaus. Geradezu, was bewachsen ist, ist der letzte Eingang gewesen. Ich kann mich erinnern, als ich ein Kind war, konnte man von hinten in das Krankenhaus hinein, da fanden auch Sprechstunden statt. Ich habe dort 1954 als Hilfsschwester-Lehrling gelernt. 1956 war ich dann Hilfsschwester geworden. Nach dem Besuch der Medizinischen Fachschule in Cottbus habe ich dann später wieder im Forster Krankenhaus gearbeitet. Auf der rechten Seite unten neben dem Eingang war die Infektion. Dort waren Patienten mit ansteckenden Krankheiten wie Gelbsucht und Scharlach. Dort durften keine Besucher rein. Es gab nur eine Klappe, wo man sich nach den Patienten erkundigen oder Sachen für sie abgeben konnte. Auf der Station habe ich auch gearbeitet und einmal habe ich dort sogar auf der Station gelegen. Wir hatten da auch viele Kinder. Damals gab es eine Gelbsuchtwelle. Die Kinder mussten etliche Wochen dableiben. Das war schwierig. Die großen Fenster obendrüber war die Station 6: Chirurgische Frauenstation. Von den Bäumen rechts von den Fenstern war ein großer Saal mit Betten. Dort lagen Patienten mit Knochenbrüchen, die nicht aufstehen durften. Die Fenster oben die offen stehen, waren Schwesternzimmer. Da wohnten noch während meiner Lehrzeit Diakonie-schwestern.“
Hans Rakete weiß: „Oben links auf dem Foto ist ein einzelnes Fenster zu erkennen. Es gehörte in den 1950er-Jahren zur Station 9, der TBC-Abteilung. Dort musste ich zweimal ein viertel Jahr verbringen. Genau gegenüber befand sich ein Balkon, der zur Entbindungsstation gehörte. So konnten wir immer erfahren, wenn ein Kind geboren wurde. Wir durften ja andere Stationen nicht besuchen. Stationsschwester war damals Hilde – eine nicht ganz einfache Schwester für uns Patienten. Stationsarzt war Dr. Rössel. Er war dagegen, dass Patienten in die Stadt gehen. Im Park konnten wir uns dagegen frei bewegen. Er wollte durchsetzen, dass wir Männer der Station 9 orangefarbene Anzüge und die Frauen orangefarbene Röcke anziehen müssen, um die Patienten in der Stadt aufzustöbern. Er konnte sich damit aber nicht durchsetzen. Neben solchen lustigen Begenheiten gab es aber auch böse. Ich selbst wurde mit 16 Jahren 1958 in Kolkwitz operiert. Schwester Hilfe drohte danach in Forst: ‚Wenn du weiter abnimmst, bekommst du strenge Bettruhe!‘ Bei mir schrillten die Alarmglocken. Vor dem Wiegen trank ich deshalb eine ganze Flasche Apfelsaft und zog alle Unterhosen an, die ich besaß. So konnte ich gerade noch das Gewicht halten. Drei Jahre lang schleppte ich mich mit der Krankenheit herum. Aber wir Männer fühlten uns nicht krank und spielten die ganze Nacht Skat. Die Patienten eine Etage tiefer beschwerten sich über den Lärm, den wir verursachten. Wir legten dann mehrere Decken auf dem Fußboden übereinander und konnten so weiter spielen.“
Hannelore Schichor schreibt: „Als ich heute das Foto sah, erkannte ich sofort unser Forster Krankenhaus, das mein Leben maßgeblich prägte. Aber der Reihe nach: Durch das schnelle Wachstum der Bevölkerung durch die Entwicklung der Tuchindustrie in Forst wurde 1885 der Entschluss gefasst, ein Krankenhaus zu bauen. Am 16. September 1892 wurde es am Standort Robert-Koch-Straße, mit anfangs 14 Patienten, eingeweiht. In den ersten 25 Jahren des vorigen Jahrhunderts wurde ständig gebaut, rekonstruiert und erweitert. Im Februar 1945 wurde aufgrund der immer näher rückenden Front das Krankenhaus auf Befehl nach Wusterhausen/Dosse ausgelagert.
Das Krankenhaus selbst wurde bei den Kampfhandlungen stark beschädigt. Im Mai 1945 kehrten die ersten drei Schwestern ins Krankenhaus zurück, die dort angetroffenen Zustände waren chaotisch. Unter unglaublichen Anstrengungen wurde das Krankenhaus wieder funktionsfähig gemacht. Ich wurde 1950 im Forster Krankenhaus geboren. 1967 begann ich meine Lehre zur Krankenschwester. Zu dieser Zeit mussten wir noch Patienten in den sogenannten Patientensälen versorgen. In den Sälen lagen oft bis zu 18 Patienten. Diese Säle wurden 1973 zu 2-, 3- und 4-Bettzimmern umgebaut. Das war für die Patienten und auch für das Personal ein großer Fortschritt. 1969 wurde ein Anbau fertig gestellt, in dem im Erdgeschoss der OP?einzog und im 1. Obergeschoss die HNO-Station.
Wir Schwesterschülerinnen durften dort kurz vor der Eröffnung die vielen Fliesen putzen. 1970 hat dann unser Jahrgang, unter den „gestrengen Augen“ unseres damaligen Chefarztes der Chirurgie, Herrn Dr. Hartmann, die praktische Prüfung abgelegt. 1972 übernahm ich die Leitung einer Inneren Station. Von 1976 bis 2001 habe ich als Medizinpä-dagogin ca. 320 Krankenschwestern /?Pfleger ausgebildet. Ab 2001 arbeitete ich wieder als Stationsschwester und nun in der Codierabteilung. Inzwischen sind es über 45 Jahre, die ich in diesem Haus arbeite. Jeden Tag bin ich gern zur Arbeit gekommen. In diesem Zeitraum erlebte ich viele Veränderungen: strukturelle, personelle und bauliche. Der neue moderne Anbau vervollkommnete den Gesamtkomplex. Unser Forster Krankenhaus (ohne Zaun) ist auf der Ansicht des Rätselfotos aber gut erkennbar. Viele haben Anteil am guten Ruf des Krankenhauses, sie aufzuzählen wäre zu umfassend. Ich wünsche von ganzem Herzen, dass unser Krankenhaus „am Rande der Stadt“ am 16. September 2092 seinen 200. Geburtstag feiern kann.“
Horst Baltin schreibt: „Der Zaun im Vordergrund steht nicht mehr. Links, nicht mehr auf dem Foto zu sehen, befindet sich der Haupteingang.“
Angelika Quander vermutet: „Ich würde sagen, das ist der 3. Erweiterungsbau des Forster Krankenhauses aus den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts, der notwendig wurde für Röntgendiagnostik, OP-Saal und ähnliches.“
Wolfgang Schenk sagt: „Auch meine Frau gehörte zu denen, die in dem Krankenhaus eine Hilfe erfuhren. Unsere Kinder erblickten im Forster Krankenhaus das Licht der Welt. Verwandte und Freunde sind als Personal hier tätig. Auch habe ich die Freundlichkeit des Personals zu schätzen gelernt und möchte mich besonders bei den Ärzten und Schwestern bedanken und der Einrichtung den Fortbestand und Erfolge wünschen.“

Bilder aus dem alten Spremberg

Aus dem Tabakladen wurde ein Telefonladen
Aus dem Tabakladen wurde ein Telefonladen
Standhaftes Jahrhunderthaus
Gebäude in der Friedrichstraße steht dort seit dem Jahr 1907
Klaus Hentschel schreibt: „Das ist das Wohnhaus Kleine Berliner Straße Ecke Friedrichstraße. Das steht heute noch so schön da, wie auf dem Foto, wurde in den 1990er Jahren rekonstruiert. Ich war erst gestern in dem Geschäft drin, das aber kein Zigarettengeschäft mehr ist. Nach der Mode müsste das Foto in den 30er Jahren aufgenommen sein. Der Laden ist heute ein Handy-Laden.“ Helga Reichstein erinnert sich: „In der Ecke Kleine Berliner Straße, wo dieses Tabakwarengeschäft stand, bin ich 1936 geboren worden. Hier habe ich auch meine Kindheit verbracht. Damals konnte man noch auf der Straße spielen. Da kamen nur mal Pferde, die Kohlewagen zogen. Wie lange der Tabakladen Babor dort noch nach 1945 war, weiß ich nicht mehr, aber die vergangenen 20 Jahre haben die Besitzer viel gewechselt. Zurzeit ist dort ein Telefonladen drin.“ W. Babor, der die Aufnahme einsendete, ergänzt: „Das Foto zeigt die damalige Friedrichstraße 19. Die Aufnahme stammt von 1916. Das Gebäude wurde 1907 gebaut und steht heute noch an der Ecke Friedrichstraße/Kleine Berliner Straße. Mit der Sanierung hat es die Ansicht wesentlich beibehalten. Ich wohnte dort bis 1976. Der ursprüngliche Zigarrenladenbesitzer war mein Großvater. Norbert Fertig weiß: „Der Zigarrenladen existierte bis etwa 1963. Als Jugendlicher war ich nur einmal drinnen. Die Aufnahme könnte aus den 30er Jahren stammen. Gemunkelt wird, dass jetzt eine Gaststätte in diesem ehemaligen Geschäft eingerichtet werden soll.“

Nachtrag zum Rätsel
Friedrich-Straßen-Block steht noch
Klaus Hentschel berichtigt: „Das als abgerissen beschriebene Haus ist nicht das vom Rätselbild, der Leser hat das daneben stehende Haus beschrieben. Das Rätselbild-Haus steht heute noch da, wie es im Jahr 1960 errichtet wurde.
Horst Tenschert ergänzt: „Das Haus in der Friedrichstraße
2 bis 5 steht unter Denkmalschutz. Es wurde für die Beschäftigten des Kraftwerks Trattendorf gebaut.

Bilder aus dem alten Guben

Villa Berthold Lißner, Alte Poststraße, mit Droschke
Villa Berthold Lißner, Alte Poststraße, mit Droschke
Die Villa eines ehrenvollen Gubeners
Wohnhaus erzählt Schicksal der Fabrikantenfamilie Berthold Lißner
Nur wenige Leser erkannten offensichtlich das markante Haus wieder. Gerhild Sägebrecht tippte am Telefon lediglich auf die Straße: „Es könnte eine der Villen in der Alten Poststraße sein. Von den Droschken erzählte mir noch meine Mutter früher. Droschken und Personal waren stets fein herausgeputzt. Aber nur betuchte Gubener konnten sich den Luxus damals leisten.“
Bärbel Koschack recherchierte und fand heraus: „Die schöne Kutsche mit dem Zweispänner steht in der Alten Poststraße vor dem Haus Nummer 32. Es gehörte 1920 Berthold Lißner, später seinen Söhnen. Im Haus wohnten auch der Chauffeur und weitere Angestellte. Berthold Lißner lebte von 1857 bis 1928. Seit 1897 wohnte er in diesem Haus. 1939 tauchte der Name Lißner im Einwohnerbuch nicht mehr auf. Da er Jude war, wurde er enteignet.
Im April 2004 erwarb der ehemalige Gastwirt Wolfgang Teske dieses Anwesen.
1889 gründete Berthold Lißner die Hutfabrik Berthold Lißner, später Berlin-Gubener Hutfabrik AG in der Uferstraße 26, die Stadtverwaltung in DDR-Zeiten. Er war ein Förderer des Gubener Ruderclubs 1905 und war am Bau des Bootshauses an der Neiße beteiligt. Er besaß später die Hutfabrik in der Winkelstraße 3, auch Berlin-Gubener Hutfabrik. Dort gibt es heute eine Straße mit seinem Namen. Auf dem ehemaligen Fabrikareal stehen schmucke Einfamilienhäuser und ein leerer Einkaufsmarkt.
Das Haus war zu DDR-Zeiten das Parteihaus der SED. Nach der Wende mal kurz das Arbeitsamt.“
Die letztere erwähnte Nutzung bestätigte auch Uwe Heberle: „Nach der Schule wurde ich in dieses Haus vorgeladen. Ein Arbeitsamtsmitarbeiter versuchte, mich zu meinen Berufsvorstellungen zu beraten. Die Räume hatten damals leider viel von ihrem ursprünglichen Charme verloren.“
Sehr umfangreich schrieb Wolfgang Teske: „Auf dem Kutscherbock sitzt der Arbeiter und Kutscher Wilhelm Küpfer. Er war bei dem Fuhrunternehmer Willy Penack, Alte Poststraße 14, angestellt. Im Einwohnerbuch von 1920 werden folgende Unternehmen aufgeführt. Fuhrwerke: Kraftwagen, Droschkenbesitzer, Leichenwagenbesitzer, Müllabfuhren und Andere Fuhrwerke. Unter letzterem ist Willy Penack aufgeführt. Im Straßenverzeichnis Alte Poststraße 14 wird auch noch ein August Penack genannt.
Die Fabrikantenvilla war von 1897 bis 1938 im Besitz der Hutfabrikantenfamilie Berthold und Henriette Lißner. Der Baumeister Otto H. Schultze erbaute die Villa mit Seitenflügel und Waschhaus 1882. Das 2?145 Quadratmeter große Grundstück kaufte der Baumeister 1881 von der Märkisch-Posener-Eisenbahngesellschaft.
Die beiden Söhne von Berthold Lißner mussten 1938 unter faschistischem Druck die Villa an die vier Kinder des Gubener Tuchfabrikanten Albert Richter jun. verkaufen. Wegen der Arisierung der Tuchfabrik und der beiden Villen Alte Poststraße 23 und 32 waren die Immobilien von 1938 bis 1942 im Alleinbesitz des Wollkaufmanns Ernst Rinter. Es wurden Militärtuche hergestellt. Er fiel 1945 bei Halbe. Deshalb war die Villa Nr.32 bis 1947 wieder im Besitz von Albert Richter jun. und wurde dann an die KPD verkauft.
Obwohl es sich um ein Baudenkmal handelte, wurde nach 1947 baulich viel verändert. Zwei große Salons wurden von der SED als Schulungs- und Versammlungsräume bis 1989 genutzt. Dann nutzte das Arbeitsamt das Haus. Anschließend - 2004 - kaufte ich von der Treuhand die Immobilie. Ich war damals Berliner, wohnte während der Sommermonate auf meinem Landsitz in Kaltenborn. Mit dem Kauf erwies ich dem Hutfabrikanten eine verspätete Ehre und bemühte mich, die von Vandalismus und Verfall bedrohte Villa nach und nach zu sanieren. Eingeschlossen ist der wunderschöne Hofgarten mit urwüchsigen und vielen Nachpflanzungen. Im Foyer erinnert ein Chanukka-Leuchter an eine jüdische Gubener Familie, an ihren Anteil an der Gubener Stadtentwicklung und an die enorme persönliche Leistung von Berthold Lißner, der von 1898 bis 1919 Stadtverordneter war. Dem Gubener Ruderclub 1905 schenkte er das Grundstück für den Bau eines Bootshauses. Er wurde zum Ehrenmitglied ernannt.“ Weiter fügte Wolfgang Teske Auszüge aus bereits erschienenen Artikeln an, so beispielsweise aus dem Heimatbrief 2/2002, in dem Winfried Kabisch über die Geschichte der Gubener Hutfabrik schrieb.

29. Februar 2013

Bilder aus dem alten Cottbus

Die Tram 24 kommt vom Bahnhof am Rathaus vorbei
Die Tram 24 kommt vom Bahnhof am Rathaus vorbei
Postdachständer auf dem Rathaus
Ratskeller sorgte bei Ausgrabungen 1990 für lebendige Erinnerungen
Wie erwartet war diesmal die Lösung leicht gefunden. Viele Leser tippten richtig auf C) das Rathaus. Katrin Lehmann mailt dazu: „Das Rathaus wurde vielseitig genutzt. Neben Verwaltung und Justiz waren auch der Ratsweinkeller, Verkaufsräume für Bäcker und Tuchmacher und der städtische Getreideboden untergebracht. Im Zuge der Kampfhandlungen 1945 erhielt das Rathaus am 21. April einen Treffer und brannte aus.“
Vom Ratskeller schwärmt auch Joachim Skorna. „Die Reste des Ratskellers konnten nach 1990 bei einer Modernisierung des Altmarktes noch besichtigt werden. Für etliche Tage lag damals das Gewölbe frei.“
Die Angaben zum Triebwagen wussten ebenfalls viele Leser. „Der Triebwagen Nr. 24 wurde 1903 in der Waggonfabrik der Gebrüder Hofmann Breslau erbaut. Die Ausmusterung erfolgte 1962“, mailt Katrin Lehmann weiter. Doch Uwe Spät merkt an: „Allerdings fährt die Straßenbahn bestimmt nicht zum Bahnhof, es sei denn, der Fahrer hat hinten Augen.“
Klaus Herold blickt weiter über den Markt und mailt: „Ansorges Hotel befand sich am Altmarkt 17. Zur DDR-Zeit befand sich dort das ‘Haus des Handwerks’ (heute Handwerkskammer) mit großem Speisesaal und preiswerter Gastronomie. Die Straßenbahn fuhr bis zu den Bahnhofsgleisen, über die alte Rampe hinweg, welche sich mittig der zweiteiligen Brücke befand. Heute müsste man die Linie 2 nehmen; die durch die neue Bahnhofstraße fährt und zumindest in der Nähe des Bahnhofes hält.
Um das alte Rathaus war es baulich schlecht bestellt. Deshalb begann man in den 1930er-Jahren, ein neues am Neumarkt zu errichten.“
Georg Müller notiert: „Man sieht’s, Eduard Ansorge brauchte sich keine Sorgen zu machen - seine Hotelgäste konnten ja zwischen Semmelntransport und der neuen Technik wählen. Die Technik war damals wirklich neu: es waren nicht die 20er-Jahre, es war vielmehr die Zeit kurz nach der Inbetriebnahme der Cottbuser Straßenbahn im ersten Jahrzehnt des vorigen Jahrhunderts. Der Droschkenbahnhof war gut frequentiert, und die Ungetüme aus Blech und Glas genossen bei Mensch und Tier noch ungeteilte Neugier. Der Triebwagen kam damals aus Breslau, um die elektrischen Teile hatte sich Siemens & Halske gekümmert. Deutlich ist auch im Bild der zu dieser Zeit übliche Bügelstromabnehmer erkennbar.
Das Gebäude links ist natürlich das alte Cottbuser Rathaus, Amtsgebäude von Paul Ernst Friedrich Werner, einem Zeitzer, der auch den genannten Hotelier, den Eduard, einen seiner verdienten ehrenamtlichen Stadtverordneten, gut kannte. Die weit bekannte Ansorgsche Hotellerie und Gastronomie ist bis zum Jahre 1865 zurückzuverfolgen; aber der Bierausschank geht noch wesentlich weiter zurück: ein Mathias Anschuch besaß daselbst bereits um die Mitte des 16. Jahrhunderts Brau- und Schankrechte auf sage und schreibe 20 Biere.“
Klaus Jung beschrieb eine Entdeckung: „Interessant ist für mich, dass ich einen sogenannten ‘Dachständer’ der Reichspost auf dem Dach entdeckt habe. Das sind die drei dünnen Rohre rechts neben den (wahrscheinlich) drei Schornsteinrohren. In der Mitte der drei Rohre, auf halber Höhe, befand sich eine Bohle. Auf dieser konnte man stehen, wenn man auf dem Dachständer arbeiten musste. Von dem nahegelegenen Postamt wurden damals die Telefonleitungen über die Dächer bis hin zu den Telefonkunden geführt. In der zweiten Hälfte der 1960er-Jahre verschwand in Cottbus der letzte Dachständer.“
Diethard Schulz schätzt richtigerweise ein: „Das sehr schöne Bild dürfte eine Rarität in der Postkartensammlung der Damals war’s-Bilder sein“.
Vielen Dank allen Ratefreunden.

Bilder aus dem alten Forst

Mit anpacken hieß es, wer eine eigene Wohnung beziehen wollte
Mit anpacken hieß es, wer eine eigene Wohnung beziehen wollte
Aufbaustunden für Wohnung
Eigene vier Wände zu bekommen, war einst harte Arbeit
Brigitte Kommol schreibt: „Zu sehen sind die Heinrich-Werner-Straße mit drei Eingängen, also 18 Wohneinheiten und die Kirchstraße mit zwei Eingängen und zwölf Wohneinheiten. Wir sind 1958 in den mittleren Eingang der Heinrich-Werner-Straße eingezogen und haben hier in einer Dreiraum-Wohnung zehn Jahre schön gewohnt. Errichtet wurden die Blocks von der AWG Aufbau, die hier gegründet wurde. Etliche Betriebe waren am Bau beteiligt. Wir waren damals das zwölfte Mitglied – mein Mann und ich. Mein Mann hat in der Technischen Gebäudeausrüstung Forst, vorher Lausitzer Rohrleitungsbau, die Heizung in diesem 18er-Block eingebaut. Wir haben damals noch Eigenleistungen erbringen müssen. Damit wir Fliesen fürs Bad bekamen, haben wir Steine aus abgerissenen Häusern geputzt, die dann für den Neubau wiederverwendet wurden. Wir Frauen haben 100 Aufbaustunden geleistet. Es gab ja damals keine Wohnungen, deshalb wurde die AWG 1956 ins Leben gerufen, 1958 waren diese Blocks bezugsfertig. Die Außenanlagen folgten später. Erst durch diese Wohnung konnten wir auch heiraten. Bei unseren Eltern war es extrem beengt, da konnten wir nicht wohnen. Deshalb haben wir als Mitglieder mitgewirkt. Nach den zehn Jahren sind wir nach Noßdorf in ein kleines Häuschen gezogen.“
Viola Schiemenz schreibt: „Im Vordergrund des Bildes kann man deutlich die starken mittelalterlichen Fundamentreste des ehemaligen Bibersteinschlosses erkennen. Erbaut wurde es nach dem Jahr 1520 und im Jahr 1744 wurde es vom Grafen Brühl gekauft und als Tuch- und Leinwandmanufaktur eingerichtet. Im Jahr 1839 gab es einen großen Schlossbrand. Der Wiederaufbau erfolgte in veränderter Form. Im Jahr 1945 wurde das Schloss durch Kriegseinwirkung zerstört.“


Nachtrag:

Traumblock von einst

Dietmar Mustroph schreibt über den Traumblock seiner Kindheit: „Über dieses Bild freue ich mich besonders. In den Block in der Heinrich-Werner-Straße 2 in Forst sind meine Eltern und meine Schwester 1958 eingezogen. Der Block steht heute noch. Unsere Wohnung auf dem Foto ist die Parterrewohnung auf der Hofseite. Das vierte Fenster von rechts ist die Küche, das fünfte das Bad und das sechste Fenster war unser Kinderzimmer. Für uns waren diese Wohnungen zu damaligen Zeiten ein Traum. Es waren die beiden ersten Blöcke mit Zentralheizung und warmem Wasser aus der Wand. Ganz rechts auf dem Bild ist der Block in der Kirchstraße zu sehen. Er wurde zur selben Zeit bezogen. Die Wohnungen gehörten zur Arbeiter-Wohnungsbau-Genossenschaft „Aufbau“ Forst. In unseren Block zogen sehr viele Einwohner mit Handwerksberufen. Es waren Maurer, Zimmerleute, Tischler und Installateure. Mein Vater hat die ganzen Aufbaustunden mit Tischlerarbeiten geleistet. Er hat für diese beiden und die folgenden Wohnblöcke die Fenster, Türen und Einbauschränke eingebaut. Ich habe ihn oft bei diesen Arbeiten begleitet. Im Vordergrund sehen wir die Fundamente des alten Stadtschlosses. Hierauf entstand der Wohnblock an der Kirchstraße hinter der Mühlgrabenbrücke. Für uns als Kinder war es damals sehr spannend und aufregend. Wir tobten jeden Tag auf der Baustelle umher. Es war sehr abenteuerlich. Insgesamt habe ich dort 37 Jahre gewohnt. Ab dem Jahr 1980 mit meiner eigenen Familie.
Herzlichen Dank!

Bilder aus dem alten Spremberg

Aus dem Dreigeschosser wurde ein zweigeschossiges Geschäftshaus
Aus dem Dreigeschosser wurde ein zweigeschossiges Geschäftshaus
Block stand nicht lange
Erster Neubaublock der 60er-Jahre wich in den 90er-Jahren wieder
Horst Tenschert weiß: „Zu sehen ist einer der ersten Neubaublöcke in Spremberg in der Friedrichstraße 2 bis 5, die Anfang der 60er-Jahre entstanden sind. Zwischen der Bogenstraße und der Lindenstraße. Links das kleine Haus war die Fleischerei Jurk und später die Fleischerei Scholz. Das Gebäude wurde Anfang der 90er-Jahre abgerissen, und durch ein zweigeschossiges Wohn- und Geschäftshaus ersetzt. Jetzt ist da die Fahrschule von Christian Ehrlich.“

Bilder aus dem alten Guben

Bahnübergang Grünstraße mit Malzfabrik
Bahnübergang Grünstraße mit Malzfabrik
Gubener Gleise vor der Malzfabrik
Schrankenbude 133 für Sicherheitsanlagen / Malz für Getränke-VEB
Monika Materne löst unser Rätselbild, wie viele weitere Leser. Sie mailt: „Als Vorschulkind lebte ich sporadisch bei meinen Pflegeeltern Frieda und Fritz Müller in der Mittelstraße 26. Mein Pflegevater, den ich damals (Anfang der 50er-Jahre) ‘Papa’ nannte, arbeitete in dieser Malzfabrik. Die Mutti vom Gubener Zahnarzt Schwarz arbeitete damals dort als Sekretärin beim Direktor Hampel, bei ihr war ich oft im Büro. Ganz oft habe ich meinen ‘Papa’ von Arbeit abgeholt und bin dort durch die ‘Säle’ gerannt. Diese Zeit liegt schon etwas länger zurück, fast 60 Jahre - auweia.“
Hartmut Richter interessierte besonders der vordere Teil des Fotos. Er schreibt: „Bei diesem Foto handelt es sich um eine ältere Aufnahme des Schrankenpostens 133 vom Bahnübergang in der Grünstraße. Aufgenommen von der Seite an der ehemaligen Gaststätte ‘Prellbock’. Damals waren beide Schrankenbäume durchgehend mit Gitternetzen versehen. Sie wurden durch den Schrankenwärter im Vierschichtplan bedient. Heute dient die damals als ‘Schrankenbude’ bezeichnete umgebaute Hütte als Unterbringung für die Sicherungstechnik der Schrankenanlage. Die Bedienung erfolgte vom Fahrdienstleiter des Stellwerks W2 per Knopfdruck. Im Mittelkern liegen die Gleise zur Ost- und Westseite und die Streckengleise von und nach Cottbus. Gleich vorn, hinter dem Holzlattenzaun, befindet sich das Sommerfelder Gleis nach Polen. Die Befahrung erfolgte letztmalig mit Güterzügen 1994 als Ausweich für die Eisenbahngrenzbrücke nach Polen wegen umfangreicher Sanierungsarbeiten.
Heute ist das Gleis marode und stellenweise zugewachsen.
Im Hintergrund sieht man die Malzfabrik mit Gleisanschluss. Davor liegt noch das Zuführungsgleis zum ehemaligen OBW. Es wird heute noch befahren.“

Eine Rarität ist diese Aufnahme der Cottbuser Straßenbahn, die sicher auch die Herzen Gubener Bahn-Enthusiasten höher schlagen lässt. Gut erkennbar sind bei dieser „24“ die Bügel-Abnehmer. Aufgenommen wurde die Bahn, die 1903 in Breslau gebaut wurde, auf dem Altmarkt mit Rathaus (li) in den 1920er-Jahren

Eine Rarität ist diese Aufnahme der Cottbuser Straßenbahn, die sicher auch die Herzen Gubener Bahn-Enthusiasten höher schlagen lässt. Gut erkennbar sind bei dieser „24“ die Bügel-Abnehmer. Aufgenommen wurde die Bahn, die 1903 in Breslau gebaut wurde, auf dem Altmarkt mit Rathaus (li) in den 1920er-Jahren
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Bärbel Koschack geht näher auf die Fabrik ein: „Auf dem Foto erkennen wir die Malzfabrik Mertens/Rathge in der Grünstraße 4, direkt am Bahnübergang. Das Foto wurde in den 50er-Jahren aufgenommen. Mein Weg zur Schule führte daran vorbei. Durch die Kellerfenster konnten wir das Getreide sehen, das zu Malz verarbeitet werden sollte. Ein Foto von 1972 in unserem Album zeigt eine Aufstockung des Hauses links in Höhe der Beschriftung. Dieses große Gebäude wurde ab 1920 errichtet. 1956 wurde der Privatbetrieb umgewandelt in eine Kommanditgesellschaft. 1959 wurde es ein Betrieb mit staatlicher Beteiligung. 1960 starb der Eigentümer Willi Mertens. Es gab dann einen Betriebsleiter Willi Hampel. Nach 1972 wurde es ein VEB, welcher kurzzeitig ab 1977 in den VEB Getränkeversorgung überging. 1979 wurde die Gubener Malzfabrik stillgelegt. In der Nachwendezeit kam es 1992 durch Brandstiftung zur Zerstörung und später, 2006, zum Abriss der Fabrikreste. Mir war der Betriebsleiter bekannt. Er hat 1924 als Lehrling für Industriekaufmann in der Malzfabrik beim Seniorchef Moritz Mertens angefangen. Er ist mit seinem Renteneintritt 1976 als Betriebsleiter ausgeschieden. Ein Leben in der Malzfabrik. Mit seiner Tochter besuchte ich übrigens gemeinsam die Schulklassen 9 bis 12 in der Pestalozzi-Schule.“
Wolfgang Donat tippt auf eine Ölmühle und mailt: „Das Bild zeigt die ehemalige Speiseöl-Mühle und Getreide-Schroterei der Familie H. Bogdan. Sie befand sich an der Grünstraße mit Zufahrt von der Mittelstraße Nr. 25. Die Ölmühle selbst hatte einen Gleisanschluss. Gegründet wurde sie 1894 von H. Bogdan. Im Detail nachzulesen im Gubener Heimatkalender von 1996 im Beitrag von Werner Käthner. Damals war sie die erste, größte und modernste Speiseöl-Mühle der Lausitz. Nach 1945 wurde sie von Fräulein Antonie Bogdan geführt. Nach der Einstellung der Öl-Produktion Ende 1966 wurden die Maschinen ausgebaut und Futterhaferflocken hergestellt. Noch vor der Wende wurde auch diese Produktion eingestellt. Heute sind die Gebäude abgetragen.“
Vielen Dank an alle Ratefreunden!

22. Februar 2013

Bilder aus dem alten Cottbus

B war richtig - hier steht heute die Hauptsparkasse
B war richtig - hier steht heute die Hauptsparkasse
Damals gab’s die Cottbuser U-Bahn
Leser erinnern sich an Bevermann, Butter-Kunert, Sandmann und Bergte
Das Bild zeigt sehr deutlich, wie sich früher die Einkaufsstraße Sprem südlich des Thälmannplatzes in der Dresdener Straße fortsetzte. Viele Leser erinnern sich an die Geschäfte, weshalb es diesmal reichlich Zuschriften gab.
Marion Weigend schreibt: „Ich bin Jahrgang 1958 und erinnere mich an den Lebensmittelladen. Als Jugendliche habe ich in den Sommerferien ein paar Mark als Aushilfs-Eisverkäuferin verdient. Auf dem Platz war die Aufbau-Lotterie. Meine Mutter hat da mal einen gelben Teddy gewonnen.“
Isolde Hüsgen schildert: „Das große Eckgebäude, etwas von dem Kran verdeckt, war ein Lebensmittelgeschäft, früher Gebr. Kunert - später HO. Weiter ging es Richtung Straße der Jugend mit einem Papierwarengeschäft, Friseur Schubert, Uhrmacher Wenzke, Fleischerei Sandmann. Hinter dem Zeitungskiosk waren unterirdische Toiletten. Von der Ostrower Straße ging es zu den Damen, und auf der anderen Seite, Eingang Thälmannplatz, hatten die Herren ihren Zutritt zur sogenannten U-Bahn.“ Michael Bodo Wunderlich berichtet: „Den Kiosk baute die damalige PGH Raumgestaltung. Dort konnte man Zigaretten, Getränke und andere Sachen kaufen. Die Arbeiten an der Straßenbahnoberleitung werden am Haus der damaligen Notenbank durchgeführt.“
Herbert Ramoth findet: „Der Turmuhrenspezialist Karl-Heinz Schlodder ist auch Cottbuser Fotoarchiv-Spezi. So wird das alte Cottbus wieder lebendig. Herzlichen Dank!“ Und zu den Aufzählungen ergänzt er „eine kleine Begebenheit: Ende der 1950er Jahre trollte sich am Fenster eines der Häuser im 1. Stock ein kleiner Affe, der auch von seiner Besitzerin in der Stadt auf der Schulter getragen wurde.“
Klaus Herold vermutet richtig: „Offenbar wurde hier gerade der neue Streckenverlauf der Straßenbahn elektrifiziert, welcher nicht mehr durch die Spremberger Straße, sondern durch die neue Stadtpromenade über den einstigen Stadtwall führte. Im Eckhaus zur Ostrower Straße gab es eine gut geführte Drogerie, und ich habe auch eine Früh- und Spät-Verkaufsstelle in Erinnerung. In den ersten Häusern der Straße der Jugend befand sich der Optiker Bergte. - Hinter dem Kiosk und den schönen Bäumen dürfte sich das Lobedan-Haus befinden. - Danke für das Erinnerungs-Foto.“
Aus Calau schreibt uns „Nachleser“ („meine Tochter sammelt den ‘Boten’ für mich“) Gerd-Uwe Lehnigk: „In der Eckbebauung befand sich die Drogerie Bevermann (hier gab’s zum Jahreswechsel das begehrte Knallzeug), Käse Kuhnert, das Schreibwarengeschäft Kahlert, Uhrmachermeister Wenzke / Abeling, Fleischerei Sandmann, weitergeführt durch Fleischermeister Gröbe, späterr HO-Lebensmittel. Nachdem die Häuser 1987 abgerissen wurden, befand sich hier längere Zeit ein gut frequentierter Parkplatz.“ Auch unser Leser Heinz Nauert erinnert sich an die Geschäfte. Er fügt hinzu: „In dem ehemaligen Zeitungskiosk, der hier zu sehen ist, war meine Bekannte Martha Höhne als Zeitungsverkäuferin beschäftigt.“ Auch unsere Leserin Ingeborg Ciofani, D. Sachs und viele andere haben den heutigen Standort der Sparkasse erkannt. Einige erwähnen noch „Anlieger“, die nicht im Bild sind, so Jürgen Hein, der „glaubt“, dass links außerhalb des Bildes „ein weiterer Kiosk stand, in dem die Gewinne der NAW-Tombola (Nationales Aufbau-Werk) zu sehen war und wo es auch die Lose gab.“ Klaus Stolle erwähnt neben den erwähnten Geschäften noch eine „Bierkneipe“ an der Ecke zur Franz-Mehring-Straße. Das war
die einzige Kneipe der Preisstufe 1, wo ein Bier nicht 51 Pfennige, sondern nur 48 kostete. Entsprechend sahen die Gäste aus.“

Bilder aus dem alten Forst

Heute heißt die Gaststätte in Bohsdorf „Zur Linde“
Heute heißt die Gaststätte in Bohsdorf „Zur Linde“
Gaststätte überlebt Zeiten
Bohsdorfer Haus war Kutscherrast, Konsum und Billardtreff
Karl-Heinz Hendrischk aus Felixsee schreibt zu dem Foto: „Ich schau mir den Märkischen Boten an und mir fällt sofort das neue Rate-Foto auf, welches eines der ältesten Häuser in Bohsdorf-Vorwerk zeigt. Dieses Haus ist die ehemalige Gaststätte im „Bossdomschen Vorwerk“, wie Bohsdorf-Vorwerk in Erwin Strittmatters Trilogie, „Der Laden“, genannt wird.
Heute heißt die Gaststätte „Zur Linde“ und wird von der Familie Schwella betrieben. Das Foto wurde aus Richtung des zweiten, eines der ältesten Häuser „Vorwerks“, aufgenommen. An diesem Haus ist heute die Tafel zum Gedenken an den „Pionier Klinke“ angebracht. Dieses Haus wiederum gehört zum Anwesen der Familie Krauzig.
Das abgebildete Haus war, wenn ich mich recht erinnere, ein sogenannter Ausspann, für die vorbeifahrenden Fuhrwerke. Kutscher und Pferde wurden hier versorgt und konnten dann nach einer Stärkung weiterfahren.
Der ehemalige Radfahrverein „Falke“, in dem auch mein Vater Mitglied war, hatte sein Domizil in dieser Gaststätte und trat von dort aus seine Ausfahrten an. Nach dem Zweiten Weltkrieg blieb es weiter Gaststätte. Die auf dem Foto, ganz links, zu sehenden zwei Fenster gehörten zur Wohnung der zwei Töchter des ehemaligen „Kneipers“, Paul Jochem. Ganz rechts, auf dem Foto hier nicht zu sehen, war ab den 60er Jahren der „KONSUM“ untergebracht. Auf dieser „unsichtbaren“ Seite des Hauses hatte lange Zeit der, ebenfalls in dieser Zeit gegründete Billardverein, sein Spielzimmer. Hier wurden viele Trainingsstunden durchgeführt und der Punktspielbetrieb abgewickelt. Der Billardverein entwickelte sich von hier aus immer weiter, wurde zu einem geachteten und „gefürchteten“ spielstarken Gegner im Punktspielbetrieb, wechselte später nach Bohsdorf in die „alte Schule“ und hat heute im Gemeindezentrum „Unter Echen“ sein Domizil. Der Höhepunkt für den Verein war vor einigen Jahren die Ausrichtung der Deutschen Meisterschaften im Kegelbillard.
Ich habe dieses Haus noch in dem hier abgebildeten Zustand kennengelernt. Heute ist alles verputzt und in hellen Farben gestrichen. Es steht in Felixsee, OT Bohsdorf Vorwerk, an der ehemaligen B115, an der Einmündung der Straße nach Spremberg (Grodk).“
Auch Reinhard Lange riet richtig: „Dieses Foto zeigt die ehemalige Gaststätte ‘Zum Pionier Klinke’. Sie gab es in den 70er Jahren noch und wurde viel von der Jugend genutzt . War eine ansagte Adresse. Der Pionier Klinke war ein Kriegsveteran.
Bärbel Schröter aus Forst beschreibt den Namensgeber der Gaststätte genauer: „Carl Klinke wurde am 15. Juni in Bohsdorf geboren. Am 18. April 1864 fiel er bei der Erstürmung der Düppeler Schanzen im Deutsch/Dänischen Krieg als preußischer (Pionier) Soldat. Er soll dort ein Loch in die Palisadenwand mittels eines Pulversackes gesprengt haben und dabei umgekommen sein. Auf der Schanze II steht ein Denkmal für ihn. Die Gaststätte könnte sich in Bohsdorf Vorwerk befunden haben.
In Rendsburg (Schleswig-Holstein)gibt es ihm zu Ehren auch heute noch eine Pionier-Klinke-Straße.“

Bärbel Schröter sendete ein Foto aus Berlin Spandau, wo es einen Klinke-Platz gibt. Auf der Inschrift steht: „Unseren in den Feldzügen von 1864, 1866 und 1870/71 für König und Vaterland sowie in China und Südwestafrika für Kaiser und Reich gefallenen und gestorbenen Kameraden Insonderheit dem Pionier Karl Klinke der 4. Kompanie, welcher bei dem Sturm auf die Düppler Schanzen am 18. April 1864 seinen aufopferungsvollen Heldentod fand, zum Gedächtnis. Dem Bataillon in treuer Anhänglichkeit zum 18. April 1909 zugeeignet vom Verein der Kameraden vom Pionier Bataillon von Rauch (Brdbg.) No3 zu Berlin 		Foto: Bärbel Schröter

Bärbel Schröter sendete ein Foto aus Berlin Spandau, wo es einen Klinke-Platz gibt. Auf der Inschrift steht: „Unseren in den Feldzügen von 1864, 1866 und 1870/71 für König und Vaterland sowie in China und Südwestafrika für Kaiser und Reich gefallenen und gestorbenen Kameraden Insonderheit dem Pionier Karl Klinke der 4. Kompanie, welcher bei dem Sturm auf die Düppler Schanzen am 18. April 1864 seinen aufopferungsvollen Heldentod fand, zum Gedächtnis. Dem Bataillon in treuer Anhänglichkeit zum 18. April 1909 zugeeignet vom Verein der Kameraden vom Pionier Bataillon von Rauch (Brdbg.) No3 zu Berlin Foto: Bärbel Schröter

Bilder aus dem alten Spremberg

Das Foto wurde im Jahr 1945 aufgenommen
Das Foto wurde im Jahr 1945 aufgenommen
Aus dem Spiel- wurde der Busplatz
Ruinen standen in Spremberg in der Friedrichstraße Ecke Lindenstraße
Klaus Hentschel schreibt: „Zuerst weckten die Bänke mein Interesse, die kannte ich - aber woher? 55 Jahre musste ich
zurückdenken. Dann fiel der Groschen. Das ist die Stelle des heutigen Busbahnhofes und ein Teil der Friedrichstraße. Die Ruinen auf dem Foto standen in der Friedrichstraße Ecke heutige Lindenstraße. Das Eckhaus mit Balkon gibt es heute nicht mehr. Es ist der Parkplatz für die Mieter der beiden großen Häuser, die heute mit den Anschlussbauten Richtung Kreisel wieder in schöner Farbabstimmung gestaltet wurden. Links die Straßenseite führte bis zur Bogenstraße. Die Ruinen dort reichten bis zur Hälfte der
Bogenstraße, bevor das erste
bewohnbare Haus stand, die Nummer 8. Dort wohnte ich 1954 bis 1960. Mit Plumpsklo über den Hof. Die zerstörte Fläche blieb bestimmt bis 1960 so, ehe dort mit moderner ‚Großblockweise‘ neue Wohnungen entstanden. Das Foto entstand sicher um 1950 herum. Die Formen der Bänke gab es noch an anderen Stellen Sprembergs. Beispielsweise auf dem Bahnhofsvorplatz und im Thälmannhain. Es waren Holzbänke auf Betonsockel, die sehr schön ergonomisch gestaltet waren. Auch Gisela Mildner erkennt das Gelände des heutigen Busbahnofes und schreibt: „Die beiden hohen Häuser mit den Giebeln wurden wieder ins Stadtbild passend aufgebaut und sind bewohnt“.

Nachtrag:

W. Babor hat zum Rätselfoto der vergangenen Ausgabe noch ein Foto gefunden, dass den Bau der städtischen Rodelbahn zeigt. Wie gut zu sehen ist, war dies noch richtige Handarbeit mit Axt und Säge

W. Babor hat zum Rätselfoto der vergangenen Ausgabe noch ein Foto gefunden, dass den Bau der städtischen Rodelbahn zeigt. Wie gut zu sehen ist, war dies noch richtige Handarbeit mit Axt und Säge

Bilder aus dem alten Guben

Wohnhaus mit Schuh-Werkstatt in der Grünstraße
Wohnhaus mit Schuh-Werkstatt in der Grünstraße
Holzschuhe aus der Hofwerkstatt
Grünstraße gehört zu den ältesten Wohngebieten von Guben
Unser letztes Rätselbild war eine harte Nuss. Wolfgang Donat erzählte am Telefon: „Das Foto wurde in der Grünstraße aufgenommen. Auf dem Hof des kleinen Hauses befand sich früher die Firma Schuh-Berger. Die haben Schuhe, vor allem Holzschuhe, hergestellt. Das große Haus rechts daneben ist ein Wohnhaus, das Eckhaus zur Bothner Straße, heute Friedrich-Engels-Straße, ist das Bestattungshaus Schade.“

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